Hold and Win, Tumble und Multiplikatoren im Slot
Von Melanie Kaufmann, Sportwetten-Analyst · 3. Oktober 2026
Kein Autoplay, kein Bonus-Buy, ein Höchsteinsatz von 1 € je Runde: Spielautomaten unter deutscher Lizenz folgen einem eigenen technischen Regelwerk, das sich von internationalen Versionen derselben Spiele teils deutlich unterscheidet. Bei Rabona bestimmen diese Vorgaben Tempo und Struktur jeder einzelnen Runde.
Die Zukunft der Spielautomaten: Trends ohne Versprechen
Die technische Entwicklung bei Spielautomaten verläuft in Richtung aufwendigerer Grafik-Engines, komplexerer Kombinationen bestehender Mechaniken wie Cluster Pays mit Multiplikator-Kaskaden sowie stärker personalisierbarer Oberflächen innerhalb der jeweils geltenden regulatorischen Grenzen. Neue Mechaniken entstehen meist als Variation bekannter Prinzipien statt als vollständige Neuerfindung des Spielprinzips, wie sich an der Zukunft mancher Studio-Ankündigungen bereits erkennen lässt.
Regulatorische Rahmenbedingungen wie der Glücksspielstaatsvertrag 2021 setzen den Spielraum für technische Neuerungen in Deutschland enger als in unregulierten Märkten, etwa bei Rundendauer, Autoplay oder Bonuskäufen. Wie sich einzelne Funktionen weiterentwickeln, hängt von der Innovation der Studios und von etwaigen Anpassungen der Regulierung ab und lässt sich seriös nicht vorhersagen.
Linien, Ways und Pays Anywhere: drei Auszahlungssysteme
Bei klassischen Gewinnlinien zählt eine Kombination nur, wenn identische Symbole entlang einer festgelegten, oft zickzackförmigen Linie über die Walzen liegen, und die Zahl aktiver Linien lässt sich bei manchen Spielen einzeln einstellen. Das Ways-System verzichtet auf feste Linienverläufe und wertet stattdessen jede Kombination benachbarter Walzen von links nach rechts, unabhängig von der senkrechten Position der Symbole.
„Pays anywhere" geht noch weiter und ignoriert auch die Walzenreihenfolge: Hier reicht bereits eine Mindestanzahl gleicher Symbole irgendwo auf dem gesamten Spielfeld, häufig kombiniert mit Cluster-Mechaniken statt klassischer Walzen. Alle drei Systeme werden in der Paytable erklärt und wirken sich direkt auf die Zahl möglicher Gewinnkombinationen pro Runde aus.
Provider-Landschaft: Studios hinter den Spielautomaten
Der Markt für Spielautomaten-Software wird von spezialisierten Studios geprägt, die ihre Spiele an Online-Casinos lizenzieren, statt selbst als Casino aufzutreten. Pragmatic Play zählt zu den produktionsstärksten Studios mit sehr häufigen Neuveröffentlichungen, Play'n GO ist für eine breite, seit vielen Jahren gepflegte Titelbibliothek bekannt, und NetEnt, heute Teil der Evolution-Gruppe, gilt als eines der etabliertesten Studios der Branche.
Hacksaw Gaming und NoLimit City haben sich in den vergangenen Jahren einen Namen mit ungewöhnlicheren, oft düsteren Themenwelten und komplexen Zusatzmechaniken gemacht. Jedes Studio lässt seine Spiele unabhängig zertifizieren und lizenziert sie anschließend an einzelne Anbieter, wobei das Portfolio je nach Markt und Regulierung des jeweiligen Casinos variiert.
Neue Releases: der Veröffentlichungstakt der Branche
Spielautomaten-Studios veröffentlichen neue Titel in einem branchenweit dichten Takt, wobei größere Studios teils mehrere neue Spiele pro Monat herausbringen. Ein Großteil dieser Neuveröffentlichungen folgt saisonalen Themen wie Halloween, Weihnachten oder großen Sportereignissen, die im Vorfeld entsprechend beworben werden.
Vor der eigentlichen Veröffentlichung durchläuft jeder neue Titel die technische Zertifizierung durch ein unabhängiges Prüflabor, was je nach Markt und Studio unterschiedlich lange dauern kann und erklärt, warum ein Spiel in manchen Ländern früher verfügbar ist als in anderen. Für deutsche Anbieter kommt zusätzlich die Prüfung auf Vereinbarkeit mit den GGL-Vorgaben hinzu, bevor ein Titel im lokalisierten Portfolio erscheint, weshalb manche Neuerscheinungen hierzulande erst einige Wochen später verfügbar sind.
Hold and Win und Respins: fixierte Symbole im Bonusspiel
Bei einer Hold-and-Win-Funktion werden während einer Bonusrunde bestimmte Symbole, meist Münzen mit aufgedrucktem Wert, auf dem Spielraster fixiert, während die übrigen Positionen für eine begrenzte Zahl weiterer Drehungen offenbleiben. Jedes Mal, wenn ein neues Symbol dieser Art erscheint, wird die Zahl der verbleibenden Drehungen zurückgesetzt, wodurch sich die Runde verlängert, solange neue Treffer fallen.
Füllt sich am Ende das gesamte Raster oder läuft die Zahl der Drehungen ohne neuen Treffer ab, werden die fixierten Werte addiert und teils mit einem zusätzlichen Multiplikator oder einem der Feldbelegung entsprechenden Jackpot-Level ausgezahlt. Respins im engeren Sinn bezeichnen einzelne Zusatzdrehungen einzelner Walzen nach einer knapp verpassten Kombination und sind technisch einfacher aufgebaut.
Der Einsatz und seine Verteilung auf die Linien
Bei linienbasierten Spielautomaten verteilt sich der Gesamteinsatz einer Runde rechnerisch gleichmäßig auf die Anzahl der aktiven Gewinnlinien, sodass sich der Einsatz pro Linie aus der Division des Gesamteinsatzes durch die Linienzahl ergibt. Eine Auszahlung wird anschließend auf Basis des Einsatzes je Linie berechnet, nicht auf Basis des gesamten Rundeneinsatzes.
Bei Spielen mit fester Linienzahl lässt sich meist nur der Einsatz pro Linie verändern, während bei einstellbarer Linienzahl beide Werte unabhängig voneinander justiert werden können. Ways- und Cluster-Spiele verzichten meist auf eine Linienstruktur und arbeiten mit einem einzigen Gesamteinsatz pro Drehung, dessen Verteilung intern nach anderen, in der Paytable dokumentierten Regeln erfolgt.
Die vorgestellten Mechaniken gelten für ein Publikum ab 18 Jahren; jüngere Personen haben bei lizenzierten Anbietern keinen Zugang. Wer das eigene Spielbudget besser einordnen möchte, findet über check-dein-spiel.de der BZgA praktische Hinweise zu Limits, Selbsttests und dem anbieterübergreifenden Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat.